Siebenjähriger Krieg

Bucher & Karower Geschichte Mitte des 18. Jahrhunderts

Siebenjähriger Krieg (1756-1763)Inmitten des Krieges vollzog also ein erneuter Wechsel bei den Besitzverhältnissen in Karow und Buch. Friedrich der Große kämpfte mit seinen Truppen um den brandenburg-preußischen Staat. Nach einer schweren Niederlage bei Kolin stand nun ein Österreichisches Korps unter dem Befehl von General Hadick in der südlichen Kurmark vor den Toren Berlins. Friedrichs Siege feierte man in den noch verschonten Dörfern mit Dankgottesdiensten und beteiligte sich an der Linderung der größter Nöte in heimgesuchten Landgemeinden. Bei den Gottesdiensten wurde mit der Kollekte z. B. für die eingeäscherte Stadt Küstrin gesammelt. Doch der Feind kam unseren Gemeinden immer näher, gar bedrohlich nahe. Nach der Kunnersdorfer Unglücksschlacht vom 12. August 1759 standen die feindlichen Truppen in unserem Lande. Aufgrund der bestehenden Schwebe, in der sich die Gemeinden Karow, Buch und Birkholz nach dem Tod des Patronaten befanden, machte ein Eintreten für die Gemeinde schwieriger. Das Erbe wurde einen Arrendator verwaltet, der nach Herannahen feindlicher Truppen als Erster das Weite suchte. Nun musste Pfarrrer Johann George Ulrici, der Gerichtsschulze und Hüfner Michael Mewes, sowie andere die Führung der geängstigten Gemeinde übernehmen.

Die Lage wurde immer bedrohlicher. Als Schlesien an die Österreicher fiel vereinten sie sich mit den Russen und standen mit 38.000 Soldaten den preußischen Truppen mit einer Kampfstärke von 16.000 Soldaten gegenüber. Vom Kreuzberg vor dem Halleschen Tore kommend, bombardierte die Feinde Berlin, brandschatzten, plünderten das Schloss Charlottenburg und äscherten Schöneberg gänzlich ein. Berlin musste sich ergeben und Tribut zahlen. Die Belagerung dauerte mehrere Tage, zwischen Hohen-Schönhausen und Weißensee schlugen die Truppen ein Lager auf und plünderten im nördlichen Berlin weiter. Kosaken, Husaren und anderes Gesindel plünderten schließlich auch das Schloss der Königin in Niederschönhausen. Das Herannahen russischer Truppen vermeldete ein Kaufmannsdiener, der aus Bernau kommend in das bei Oranienburg liegende Zehlendorf wollte, um seine mitgeführten Pferde in Sicherheit zu bringen. Dem folgte der Kreisbote mit dem Befehl, dass sofort zwei bespannte Wagen für den Verteidigungszwecke nach Berlin fahren sollte. Am gleichen Abend hörte man in Karow die ersten Schusssalven aus der Ferne kommend.

Soldaten im KampfDie gesamte Malchower Dorfschaft kam an den darauf folgenden Tagen samt ihrem Vieh und ganzen Wagenladungen, voll mit Habseligkeiten, nach Buch, wo sie erst einmal auszuharren bzw. weiteren Nachrichten aus Berlin abzuwarten suchten. Vermutlich einer Falschmeldung folgend, wollten sie wieder heimwärts ziehen, der letzte Wagen aus dem Trott hatte Buch noch nicht einmal verlassen, als diese wieder umkehrten. Die Russen waren inzwischen bis Friedrichsfelde und Biesdorf vorgerückt. Diese Nachricht brachte der Amtmann Fromme aus Löhme in Begleitung des Birkholzer Amtmanns. Aus Blankenburg kam der Bucher Jäger, der zu Erkundigungen in Blankenburg war, erschrocken und außer Atem zurück und berichtete, dass die Russen schon in Heinerdorf wären und daselbst den Mehrowschen Arrendator sowie seinen Knecht ausgezogen und übel traktiert hätten. Und tatsächlich passierte dieser geschundene Arrendator die Bucher Gemeinde. Daraufhin beschlossen alle Karower, Bucher und die im Ort verharrenden Malchower sich dem Feind zu stellen und nach Vermögen eine Brandschatzung anzubieten.

Auch zu damaliger Zeit gab es Trittbrettfahrer, die die Gunst der Zeit für sich nutzten um Schabernack zu spielen. Von Berlin her kamen im vollen Galopp zwei Reiter, die sich als Russen vorstellten, Geld, Bier und Branntwein forderten. Schließlich gaben sie sich zu erkennen, dass sie eigentlich aus Bernau kämen. Es wurde beschlossen eine Wache aufzustellen, der neue Kirchturm auf der Bucher Kapelle war die höchste Erhebung im Ort, von der auch das vorgelagerte Karow einsehbar war. Nachts um zwei war es dann soweit. Sieben Berittene nebst Dragoner-Offizier kamen in Karow an. Dieser erkundigt sich nun nach dem Bewohner des herrschaftlichen Hause (Schloss Buch) und wollte auch wissen, wo sich das Vieh befände. Seine Soldaten betrachteten derweil die Bucher Schlosskirche mit dem erhabenen Kirchturm. Sie ritten dann zu den Wasserstegen, die über die Panke führten. Am Pfarrhaus zurück forderte der Offizier das Versprochene, die von der Gemeinde freiwillig offerierten dreißig Taler. Kossäte Grunow sollte diese eiligst holen, hatte aber sein Haus am Bernauischen Ende, blieb für alle Anwesenden ein gefühlte Ewigkeit weg. Um die Soldaten nicht zu verärgern kratzte der Pfarrer und der Dorfschulze die dreißig Taler eiligst zusammen. Der Offizier nahm diese ungezählt, als im selben Augenblick besagter Bruno, den Geldbeutel hochhaltend zurückeilte. Kurz entschlossen nahmen ihm die Soldaten den Geldbeutel ab und hatten gleich das Doppelte im Sack. Nach ein paar Runden um Schäfergarten und Mühle ritten sie schließlich in Schwanebecker Richtung davon.

Erleichtert über den friedlichen Abzug kam in der Früh erneut Unruhe in Buch auf, als sich ein weiterer Trupp von Karow kommend näherte. Zur jeder Hälfte Husaren und Kosaken bauten sie sich vor dem Bucher Krug auf, worauf einer vom Pferd stieg und mit stolzer Mine auf und ab ging. Dann forderte er tausend Taler oder drohte das Dorf niederzubrennen. Einer seiner Männer ritt zum Hofe des Bauers Pape, holte Stroh und entzündete zur Untermauerung der Forderung vor dem Krug ein Feuer an. Eiligst holten die Bewohner alles Geld was sie besaßen, es reichte nur nicht. Die Soldaten beharrten auf ihre Forderung. Nun rannten die Bewohner erneut los, um ihre Habseligkeiten aus ihren Häusern zu retten, bevor diese gebrandschatzt werden. Derweil durchsuchten die Soldaten das Haus des Pfarrers und nahmen alles mit, was sie gebrauchen konnten, Kleidung, Lebensmittel und Silber. Einige plünderten auch den Krug. Der Schulze musste dann einen Teil der Soldaten nach Schönerlinde führen, wo sie ihm unterwegs zweimal auf- und wieder abhingen, weil sie glaubten, dass er sie falsch führe. Der Vogt sollte die restlichen wieder zurück nach Karow führen, wo ihnen ein weiterer Trupp schon entgegen kam und mit ihnen zurück ritt.

Die Gemeinde beschloss nun das Dorf in der darauf folgenden Nacht zu verlassen und in die königliche Heide zu fliehen. Die Flucht führte in Richtung Wandlitz zum Liepnitzsee, an dessen es eine Jägerbehausung gab. Bei Regen und Sturm wurden sie an ihrer Zuflucht nicht nur nass, sondern mussten befürchten, dass sie von herabstürzenden Ästen verletzt werden. Einige Tage ausharrend kam schließlich eines Morgens der Bernauer Heideläufer am Lager vorbei und lud den Pfarrer, eine Sechswöchnerin sowie die Pfarrerskinder ein in seiner bescheidenen Behausung unterzukommen. Ab und zu schlichen einige Bewohner nach Buch zurück und berichteten nach ihrer Rückkehr über weitere Plünderungen und dass sich die Russen immer mehr ausbreiteten. Schließlich fanden sie auch das behelfsmäßige Lager und die Bewohner erneut zu erpressen versuchten. Nun war man auch hier nicht mehr sicher. Mitte Oktober kam dann die erlösende Nachricht vom Abzug der Russen. Diese flohen mitsamt ihrer verbündeten Österreicher, als bekannt wurde, das der König aus Schlesien kommt. Mit der Rückkehr kam dann der nächste große Schrecken über die Gemeinde, alles Vieh und was sonst noch brauchbar gewesen wäre war fort. Der vergangene erlebte Sturm tat sein Übriges. Selbst vor der Totenruhe der Pölnitzschen Familie in der neuen Schlosskirche machten die Kosaken keinen Halt. An den eingesenkten Särgen derer von Pölnitz vermuteten die Russen versteckte Güter und durchwühlten alles. Der Altartisch wurde dabei von den Russen beschädigt und ist führ alle Zeiten ein noch sichtbares Zeichen des siebenjährigen Krieges in Buch.

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