Hier trifft man sie wieder..., die Wölfe. Einst waren sie fester Bestandteil in der Schorfheide. Heute nur noch im Wildpark Schorfheide zu sehen.
Sie waren hier lange zu Hause - im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands. Die Rede ist natürlich vom Biosphärenreservat Schorfheide. Der
Naturpark bildet den nördlichsten Teil des Barnimer Landes, wo die Landschaft noch überwiegend unberührt ist. Dies kann man gut an den Urstromtälern
mit seinen Mooren, Fließen und Sümpfen erkennen. Gleichermaßen gesellen sich alte märkische Dörfer um das Reservat welche verbunden durch bucklige
Feldsteinwege, gesäumt von alten Obstbäumen, das typischeLandschaftsbild der Mark Brandenburg prägen. Die Schorfheidevereinen die Brandenburger
Landkreise Barnim, Ruppiner Land und der Uckermark.
Die nach der Eiszeit entstandenen Endmoränen, mit flache Sander, bogenartige Wälle und breite Urstromtäler bilden die Grundform der Landschaft.
Darauf aufbauend finden sich neben dem ausgedehnten Waldgebiet die Vorraussetzung für das Gedeihen von über tausend verschiedener Pflanzenarten,
wovon ein Drittel zu den bedrohten Arten zählen. Zirka die Hälfte des Biosphärenreservates Schorfheide wird von Waldflächen bedeckt. Der Waldbestand
unterscheidet sich in der Monokultur von Kiefern, der als Hutewald genutzte Eichenbestand mit teilweise über 500jährigen Eichenbäumen und natürliche
Erlenbruchwälder. Selbst die Rotbuche nimmt eine dominierende Rolle im Reservat Schorfheide ein.
Ebenfalls charakteristisch für die Schorfheide ist das Gebiet aus kleinen und großen Seen, Fließgewässer und Moore. Diese sind überwiegend aus
Niederschlägen gespeist. Mit über neuntausend Hektar ist das Seengebiet der Schorfheide ausgestattet, wobei der Parsteiner See den größten Anteil
einnimmt. Dazu finden sich natürlich entstandene Weiher und Tümpel sowie zur Fischzucht angelegte Teiche.
Wie in der Flora bietet das Biosphärenreservat ebenfalls einen idealen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Wie schon Anfangs erwähnt fand der
Wolf, einst gejagt, ebenfalls seinen Lebensraum wie weitere Tierarten, die ebenfalls selten anzutreffen sind. Die wald- und wasserreiche Landschaft
bietet in seinen Feuchtgebieten Nistplätze für den Schwarzstorch, an den Ufern tummeln sich Biber und Fischotter, hoch oben kreisen Kranich und
verschiedene Adlerarten und in den tiefen Wäldern flattern des Nachts verschiedenste Fledermausarten. Bei den Amphibienarten sind kann man noch der
Sumpfschildkröte und der Rotbauchunke begegnen und selbst die Sumpfschildkröte ist in der Schorfheide noch beheimatet. Zahlreich vertreten in der
Schorfheide sind Rot-, Schwarz-, und Damwild und im Wildpark Auerochsen, Wisente, Elche und die bereits erwähnten Wölfe.
Zur Natur der Schorfheide gesellt sich die geschichtliche Bedeutung der Schorfheide, die an den alten Siedlungsplätzen unserer Vorzeit und der
jüngsten Vergangenheit anzutreffen sind. An vielen Stellen in der Schorfheide finden sich noch Spuren vergangener Epochen. Siedlungsreste aus
ehemaligen Kultstätten, Fluchtburgen und Grabstätten zeugen von der Zeit frühgeschichtlicher Besiedelung des Landes. Die einzelnen Gemeinden
entstanden im 13. und 14. Jahrhundert, haben aber zumeist slawische Ursprünge.
Neben Land- und Forstwirtschaft wurde das Land zur Fischerei genutzt und in den Wäldern rauchten die Essen der Teerbrennereien und des Köhlers.
Aufgrund der großen Waldfläche diente und dient die Schorfheide bis heute als beliebtes Jagdrevier. Heute werden Teile der Schorfheide zur
ökologischen Landwirtschaft genutzt und viele Bewohner arbeiten heute aktiv in der Landschaftspflege.
Die Schorfheide wird von drei Wasserstraßen durchzogen, dem Oder Havel Kanal, dem Finowkanal und Werbelinkanal. Der Oder Havel Kanal wartet mit
einem Industriedenkmal auf, dem Schiffshebewerk. Der Oder Havel Kanal gilt als wichtigster Wasserweg zwischen Berlin/Potsdam mit der Havel und der
Oder, Grenzfluss zu Polen. Über zwei Jahrhunderte wurden auf den Wasserstraßen die Flößerei betrieben, die in Finowfurt bis heute noch ihre
Traditionsanhänger findet. Der ansässige Traditionsverein veranstaltet jedes Jahr das Flößerfest, lädt zu historischen Floßfahrten ein und
veranstaltet Schauflößen.
Wildpark Groß Schönebeck ist mit der Heidekrautbahn am bequemsten und Entspanntesten zu erreichen. Die
Heidekrautbahn durchquert mit ihren nostalgischen Loks und alten Reisewagen die schöne Landschaft des Naturparks Barnim und endet vor dem Tor des
Biosphärenreservat Schorfheide. Zu den Sommermonaten fährt auch eine Bus ab dem Bahnhof Bernau zur Schorfheide. In den 90er Jahren entstand der
Wildpark Schorfheide in der typischen Wald- und Wiesenlandschaft des Naturreservates. Viele heimische Tierarten haben hier ihren Lebensraum und
können so in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden. Die Tiere leben in ihrem natürlichen Lebensraum und haben aber gleichzeitig
Rückzugsmöglichkeiten. Zu den schon benannten Tierarten der Schorfheide finden sich im Park auch Muffelwild, Elche, Wisente und Przewalskipferde.
Auf etwa einhundert Hektar Parkfläche kann man ca. 7 Kilometer Wanderwege beschreiten, die das Großgehege durchziehen und Bei Ruhe und Erholung
das Leben der Tiere beobachten. Wer die Tour durch den Wildpark nicht zu Fuß durchqueren will kann dies auch mit einem Kremser tun. Für die Kleinen
bietet sich der Streichelzoo im Park an und kulinarisch verwöhnt wird man in der Kräuterküche des Besucherhauses. Im Dörfchen findet man eine
Fischräucherei, eine Köhlerhütte und einen Kräutergarten, der das Angebot des Wildparks Schorfheide abrundet.
Kloster Chorin Auf einem Werder, nahe des Parsteiner See wurde das Kloster Mariensee von Zisterziensermönche
Mitte des 13. Jahrhunderts angelegt, welches im gleichen Jahrhundert nach Chorin verlegt wurde. Am Amtsee entstand eine imposante Klosteranlage. Von
ehemaligen Kloster Mariensee sind heute nur noch Fundamentreste vorhanden. Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster aufgelöst und die Anlage ging in ein
kurfürstliches Amt über. Die schweren Jahre für das Kloster begannen mit dem 30jährigen Krieg, wo Plünderungen und Brandschatzung die Jahrzehnte des
Krieges bestimmten. Danach diente das Kloster im 17. Jahrhundert zur Steingewinnung. Eine Überlieferung erzählt von einem Amtmann, der
verschwenderisch lebte und mit dem Verkauf von wertvollen Gewölbeteilen begann um seine geschundene Kasse aufzufüllen. Die Bewohner der anliegenden
Dörfer nannten ihn "Tod von Chorin". Schließlich wird zum Einem überliefert dass er zum Tode verurteilt wurde und geköpft von seinem
Diener abgeholt wurde und die andere Überlieferung spricht von einer jährlich 14tägigen Haftstrafe in der Spandauer Zitadelle.
Zu den Besitztümern der Klosteranlage zählten einst die Mönchsheide, zwischen der Finow und dem Kloster und der südliche Hügel welcher als
Weinberg genutzt wurde. Zu den Ländereien zählten auch umliegende Dörfer, die dem Kloster unterstanden und teilweise übereignet waren. Bei der
Gründung bekam das Kloster schon die Dörfer Brodowin und Chorin geschenkt.
Das Kloster Chorin ist heute Zentrum des jährlichen...
Literaturmuseum Angermünde ist der Anlaufpunkt für das literarische Museum, welches dem Ehm Welk gewidmet
wurde. Bekannt durch die Kummerow Bücher, die Erlebnisse aus Kindheit und Jugend des Schriftstellers enthalten, ist Ehm Welk weit über den Landkreis
Uckermark hinaus bekannt. Anlässlich seines 90. Geburtstag wurde mit Unterstützung von Agathe Welk das heutige Museum geschaffen und dient als
Anlaufpunkt für Autoren der Gegenwart, bietet Ausstellungen verschiedenster Künstler und lädt zu den beliebten Lesungen zu Ehm Welk ein. Das Museum
wurde von den Angermündern dem Literaten, der auch Ehrenbürger der Stadt ist, gewidmet und hier wird auch der Ehm Welk Literaturpreis an
Brandenburger Autoren verliehen.
Ökodorf Brodowin Das kleine Uckermärkische Dorf liegt idyllisch eingebettet in Endmoränenhügeln und
zahlreicher Seen. Die Ursprünge der Siedlung liegen schon in der Bronzezeit, später wurde das Dorf dem Kloster Chorin unterstellt. Das Dorf zeichnet
sich aus durch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Rhythmus der Natur. Landwirtschaftliche Nutztiere werden artgerecht gehalten und gefüttert
mit Pflanzen aus ökologischen Anbau. Dessen Abfallprodukte mit Stroh vermischt und sparsam auf den Feldern ausgebracht schließen den ökologischen
Kreislauf wieder. In der ortsansässigen Meierei wird schließlich alles frisch verarbeitet. Das Dorf inspirierte schon in den 80er Jahren Künstler,
Wissenschaftler und ökologisch Interessierte in Brodowin, die dort verweilten und mit den Bauern über Ihre Arbeit interessiert plauderten. Ein
gegründeter Verein bietet heute Diskussionsveranstaltungen, Vorträge, Ausstellungen und naturkundlich geführte Wanderungen an.
Werbelinsee Inmitten der Schorfheide liegt einer der Schönsten Seen Brandenburgs, der Werbelinsee. Hier zeigt
sich die Schorfheide in ihrer romantischsten Form. Über 11 Kilometer lang, 1,5 Kilometer breit und 60 Meter tief liegt der der eiszeitliche Rinnsee
südlich von Joachimstal. Seine Wasserspiegelhöhe befindet sich 43 Meter über dem Meeresspiegel. Für Radfahrer ist der See ideal geeignet, da er
wunderbar umrundet werden kann. Dadurch bietet sich eine Vielfalt an Perspektiven, die den beschaulichen See darstellen. Auch zu Wasser kann der
Werbelinsee erkoren werden, indem man mit Fahrgastschiffen den See erfahren kann.
Unweit entfernt, nördlich von Joachimsthal liegt der Griemnitzsee, der noch 22 Meter höher als der Werbelinsee liegt, aber nur 11 Meter tief ist.
Dieser erstreckt sich auf ca. 830 ha und diente lange Zeit zur intensiven Aufzucht von Karpfen.