Lazarus Krankenhaus

1865 wurde unter Fürsprache des Pastors Wilhelm Boegehold aus der Elisabethgemeinde und durch private Spenden der Grundstein für das Lazaruskrankenhaus gelegt. Auf die Geschichte im Neuen Testament vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Lukasevangelium Kapitel 16) geht der Name des Krankenhauses zurück. Zunächst mit einer Kapelle, Bet- und Krankensaal wurde der Krankenhausbau mit finanzieller Unterstützung des Maschinenfabrikanten Louis Victor Robert Schwartzkopff verwirklicht. Dieser stand auch nach dem Tod des Pfarrers für das Projekt ein, es entstanden noch ein Pfarrhaus, eine Begräbniskapelle sowie ein Schwesternhaus. Pfarrer Phillip Wilhelm Moritz Boegeold war von 1857 bis 1863 Gefängnispfarrer im Zellengefängnis von Moabit bevor er die Gemeinde der Elisabethgemeinde übernahm. In seiner Arbeit vor Ort lernte er das Elend von Neu-Voigtland kennen und arbeitete im Vorstand des Armenvereins. Dieser Verein besaß an der Bernauer Straße ein größeres Grundstück welches mit frommen Häusern bebaut. Bei einer Veranstaltung des örtlichen Frauenvereins regte Boegehold den Bau eines Krankenhauses an und begann mit der Sammlung von Spenden, um das Projekt zu realisieren. Dabei kam ihm zugute, dass viele Mitglieder seiner Gemeinde in der Schwartzkopff'schen Fabrik in der Chausseestraße (Feuerland) arbeiteten. Aus einem ersten Kontakt zum Fabrikanten Schwartzkopff entwickelte sich eine tiefe Freundschaft und eine gemeinsame Arbeit für das Lazarus Krankenhaus. Seine letzten Jahre widmete er dem Lazarus Krankenhaus, war Vorsitzender des Krankenhausvorstands und hinterließ nach seinem Tod den gesamten Nachlass dem Lazarus Krankenhaus.

Lazaruskrankenhaus Bernauer StraßeNachdem im Jahr der Grundstein-legung die Kapelle mit Betsaal eingeweiht wurde, konnte der Krankensaal im darauf folgenden Jahr bezogen werden. Zunächst war der Krankensaal nur für Frauen vorgesehen, konnte aber wegen des Krieges gegen Österreich nicht realisiert werden. Die Betten wurden mit verwundete Soldaten aus diesem Krieg belegt. Schon zwischen 1867/70 begannen die ersten Erweiterungsbauten, da die 15 Betten bei Weitem nicht ausreichten. Die Betten zahl musste unbedingt erhöht werden. Als der Erweiterungsbau 1870 fertig wurde war abermals kein/e einzige/r Patient/in aus der unmittelbaren Umgebung sondern Soldaten aus dem deutsch französischen Krieg. Für die erste Arbeit im Krankenhaus wurden aus der Diakonissenanstalt Kaiserwerth Schwestern zur Verfügung gestellt, diese reichten aber nicht aus und so wurde durch Pfarrer Boegehold ein eigenes Diakonissenmutterhaus gegründet. Es wurden eigene Diakonissen ausgebildet, die auch zur Versorgung der Gemeindekrankenpflege in Berlin, Brandenburg bzw. in die Ostgebiete eingesetzt wurden. Mit dem Tod des Pfarrers Boegehold drohte dem Lazarus Krankenhaus der wirtschaftliche Ruin, wenn nicht sein Freund Louis Schwarztkopff dem Pfarrer Boegehold versprach weiterhin für den laufenden Betrieb des Krankenhauses zu sorgen. Der Maschinenbaufabrikant Louis Schwartzkopff gründete ein Kuratorium dessen Vorsitz er übernahm und es konnte die Verleihung des Körperschaftsrecht erreicht werden. Ein Jahr später 1874 bildete die neue Lazarusstiftung mit dem neuen Pfarrhaus eine eigene Kirchengemeinde. Weitere Anbauten erfolgen im Jahr 1881 durch eine Begräbniskapelle und 1893 durch ein Schwesternhaus.

Lazaruskrankenhaus mit KapelleWeltweite Aufmerksamkeit erhielt 1882 das Lazarus Krankenhaus mit der ersten Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) durch Prof. Carl Langenbuch. 1907 übernahm der junge Theologe und Schriftsteller Heinrich Wolfgang Seidel das Amt des zweiten Anstaltspfarrer, seine Frau die Schriftstellerin und deutsch neuromantische Erzählerin Ina Seidel beschrieb in dem Buch "Lennacker - Das Buch einer Heimkehr" über das Leben im Hause Lazarus. Heinrich Wolfgang Seidel war der Vetter von Ina Seidel. Ebenfalls 1907 konnte die Krankenpflegeschule eröffnet werden und 1919 kam die Gründung eines Kinderhorts dazu. Mit Beginn des ersten Weltkrieges waren es wieder verwundete Soldaten die das Krankenhaus belegten. Dann kam die Zeit der Weltwirtschaftskrise, welche das Lazarus Krankenhaus erneut fast den wirtschaftlichen Ruin brachte. Viele Arme aus der Umgebung kamen in das Krankenhaus und wurden unentgeltlich behandelt. Für diese Menschen richtete das Lazarus Krankenhaus eine Volksküche ein.

Lazarus Krankenhaus - Männerraum und NähstubeMit Beginn des dritten Reiches wurden Teile der Kelleranlagen zu Luftschutzräume umgebaut, in dem die im Haus befindlichen Patienten Schutz fanden. Für die Kriegsmaschinerie der Nazis wurden zwei Pfarrer und Schwestern aus dem Lazarus in Feldlazaretts eingezogen. Sie mussten Ihre Arbeit hinter den eigenen Frontlinien verrichten. Bei Luftangriffen im November 1943 erlitt das Krankenhaus schwere Schäden. Auch der Luftschutzraum wurde nicht verschont, so dass die Patienten in andere Schutzräume verbracht wurden. Die Angriffe auf Berlin wurden immer mehr und schwerer. Viele Bauten der Umgebung waren von Bomben getroffen und standen in Flammen, so dass die Krankenhausleitung entschied, dass das Krankenhaus evakuiert werden muss. Um die Jahreswende des letzten Kriegsjahres wurde das Krankenhaus nach Karlshorst ausgelagert.

Nach Kriegsende lag das Lazarus Krankenhaus im französischen Sektor des neu aufgeteilten Berlin. Auf der gegenüber liegenden Seite befand sich der sowjetische Sektor. Zu den Schwierigkeiten des Wiederaufbaus, der sich über Jahre hinzog kamen die Probleme mit den auswärts arbeitenden Diakonissen zu ihrem Mutterhaus in der Bernauer Straße. Sie arbeiteten nicht nur im Ostteil Berlins sondern auch im angrenzenden Brandenburg. Mit dem Bau der Mauer waren die im Ostteil Deutschlands arbeitenden Diakonissen vom Mutterhaus gänzlich abgeschnitten. Andere Angestellte, Pfleger und Krankenschwestern, die im Lazarus Krankenhaus tätig waren kamen nun nicht mehr zu ihrem Arbeitsplatz und wieder hatte das Krankenhaus ernsthafte Probleme. Es musste neues Personal eingestellt werden, welches die Ostberliner Mitarbeiter ersetzen sollte. Die Diakonissen mussten nicht krankenversichert sein, sondern kamen im Krankheitsfall einfach zum Mutterhaus zurück, wo sie dann behandelt wurden. Mit der Grenze war es den Diakonissen nicht mehr möglich zum Mutterhaus zurückzukehren. Sie mussten sich im Ostteil völlig neu orientieren und sich anderen Organisationen anschließen.

Das Krankenhaus selbst kaufte in der Nachbarschaft zerstört liegende Grundstücke auf und ließ ein neues Schwesternhaus bauen und einen Garten anlegen. 1987 wurde aus dem Krankenhaus eine vollstationäre Pflegeeinrichtung mit angestellten Ärzten und Therapeuten. Eine Altenpflegeschule wurde 1992 eröffnet. Nach der Maueröffnung 1989 arbeiten nun auch wieder Menschen aus dem ehemaligen Ostberlin im Lazarus. Im Jahr 2004 ging das Lazarus in die Trägerschaft der EJF (Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk) - Lazarus gemeinnützige AG über. Die "Diakoniestiftung Lazarus" ist ein Diakoniemutterhaus das dem Diakonischen Werk der evangelischen Kirche angehört.

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