Naturpark Karower Teiche

Ein altes Stück unserer Kulturlandschaft auf dem Weg in den Naturpark Barnim

Eingebettet in das interessante Landschaftsbild des Naturparks Barnim, an dessem südlichen Teil und auf dem Territorium Berlins, zwischen den Ufern der Panke sowie Lietzengraben, angeordnet wie ein vierblättriges Kleeblatt - die Karower Teiche, ein schöner Rest unserer alten Kulturlandschaft. Namenspatron war die weiter östlich liegende alte märkische Landgemeinde Karow. Nördlich der Karower Teiche, dem Lietzengraben folgend befinden sich das Naturschutzgebiet Bogenseekette und Lietzengrabenniederung, bedeutendste Fließgewässer und Feuchtgebiete im nördlichen Pankow. Noch weiter nordöstlich die Naturschutzgebiete Mittelbruch und das Ausstichgelände Röntgental.

Karower Teiche am PankewanderwegKarten aus dem Jahr 1850 zeigen, dass östlich einer Waldbestandenen inselar-tigen Bodenerhebung, der Haselhorst, sich ein großes ausgedehntes Wiesenmoor befand. Nach der letzten Eiszeit bildeten sich durch natürliche Verlandungspro-zesse Torfschichten. Das Gebiet wurde von kleinen Rinnsalen, die nördlich über den Lietzengraben kamen, bewässert. Hier hatten Fasane, der Rote Milan, die Löffelente und viele andere seltene Vogelarten ideale Niststätten. Nach dem Jahr 1860 erwarb ein Geschäftstüchtiger das eigentlich wertlose Gelände, errichtete dort einen Bauernhof und begann mit dem Torfstich. Torf entsteht in Mooren durch beginnende Inkohlung abgestorbener Pflanzen und wurde schon seit Jahrtausenden als Brennstoff genutzt. Bereits in der Bronzezeit wusste man den Brenntorf zu nutzen, der in Form luftgetrockneter Soden möglicherweise auch in der Bronzeherstellung Verwendung fand. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Torf an den Karower Teichen vermutlich für den Gartenbau verwendet, wo er sich besonders zur Bodendurchlüftung eignete. Sein Nachfolger Getschow, der aus dem Oderbruch stammte, ließ noch weiter bis 1885 Torf stechen.

Nach 1895 erwarb das Gelände die Stadt Berlin zur Errichtung von Rieselland. Nun wurden die Panke und der Lietzengraben zur Entwässerung der Rieselfelder genutzt. Zeitgleich begann man auch mit der Zucht von Karpfen in dem ehemaligen Torfstechgruben. Es entstanden die ersten beiden westlich gelegenen künstlichen Teiche, der Insel- und Weidenteich. Als in den Jahren 1910/11 die Aufdammung der Eisenbahnstrecke Berlin-Stettin erfolgte, wurden die benötigten Sandmengen von der Haselhorst abgetragen und zwei weitere Teiche entstanden, die im östlichen Teil liegenden Enten- und Schilfteich. Viele Jahre betrieb man hier Karpfenzucht. Mit Zunahme der Abwassermengen auf den Riesellandflächen nahm auch die Belastung durch Schadstoffe zu, so dass sich die Schwermetallbelastung und Veränderung der Bodenstruktur negativ auf die Nutzung auswirkte. Die Entwässerung der Rieselfelder erschwerten immer mehr die Nutzung der Teiche zur Fischzucht und deshalb musste sie schließlich gänzlich eingestellt werden. Nun begann die Natur, die Nichtnutzung der Teiche, zur Rückeroberung und es entstand ein kleines Stück Natur für zahlreiche Tierarten, die einen neuen Lebensraum zur Aufzucht ihrer Jungen hatten. Jahrzehntelang konnte sich die Natur an den Karower Teichen ungestört entfalten.  Wegen fehlender Kapazitäten an Flächen sowie zunehmender industrieller Zuleitung von Abwässern, wurden in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die Nutzung der Rieselfelder geändert, aus dessen Folge die Schadstoffbelastung der Ackerböden deutlich zunahm. Trotz der Filterung in Hobrechtsfelde war nun auch eine landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr möglich.

NeuntöterEisvogelStockente

Als Mitte der 80er Jahre das Klärwerk Schönerlinde in Betrieb ging kamen erneut Probleme auf die Karower Teiche zu. Durch die Einstellung der Rieselfeldnutzung sank der Wasserspiegel, der Boden versauerte, Niedermoore trocknen immer mehr aus. Ursache hierfür ist auch der damalige Ausbau des Lietzengrabens und seiner Zuflüsse, damit diese die Rieselfeldabflüsse aufnehmen konnten. Zu beobachten ist dies auch bei dem weiter nördlich gelegenen Gorinsee, dessen Wasserspiegel ebenfalls absinkt. Mit Aufgabe der Rieselfeldnutzung in den 80er Jahren vollzog sich ein extremer Wechsel vom künstlichen Wasserüberschuss durch stetige Berieselung und dem nachträglichen natürlichen Wassermangel. Es wurde begonnen, die ehemaligen Rieselflächen mit Bäumen auf Wällen zu bepflanzen. Die Aufforstung des belasteten Bodens mit nicht gewünschten, gebietsfremden Gehölzen, wie Ahorn und Pappelhybriden, gestaltete sich mehr als schwierig. An den Karower Teichen dominieren trocken gefallene Erlenbrüche. Über fünfzig Baumarten wurden angepflanzt, wobei nur wenige sich als geeignet erwiesen, auf den schwierigen Bodenverhältnissen zu wachsen. Ziel der Rückführung ehemaliger Rieselfelder ist die favorisierte Waldweide, die sich nach ersten Erkenntnissen am besten bei der Rückführung zur Natur bewährte.

Mit der Bewaldungsmaßnahme soll ein Walderholungsgebiet geschaffen werden, welches dem historischen Charakter nachempfunden wird. Mit Überlehmungen des Oberbodens wurden Maßnahmen ergriffen, um den Boden zu verbessern. Die Wertigkeit der Naturschutzgebiete Karower Teiche und Bogenseekette konnte gesteigert werden, durch die Wiederbewässerung mit gereinigtem Abwasser. Vielmehr musste auch festgestellt werden, wie viel Wasser durch Verdunstung und Versickerung bzw. Abfluss in die Panke verloren gehen und wie viel Wasser den Teichen zugeführt werden müsste, um den Wasserspiegel zu halten. Bei fehlenden Wasser ist ein Austrocknen der Teiche innerhalb weniger Wochen sehr wahrscheinlich. Durch Anheben des Grundwasserspiegels, der Renaturierung vorhandener Moorflächen und Niederungen, sollen den negativen Veränderungen des Landschaftshaushaltes begegnet werden.

Die Karower Teiche mit ihren Landungs- und Schilfzonen, eingebetteten Wiesen und in den Uferbereichen wachsenden Erlen- und Grauweidengebüschen bieten zahlreichen Tierartenarten wieder ein natürliches Rückzugsgebiet entlang der Niederungen an Panke und Lietzengraben. Seltene Tierarten fanden den Weg zurück, an die alten Fischteiche. Zu beobachten sind wieder die Rohrweihe, der Schwan, Braunkelchen, Eisvogel und Haubentaucher. Selbst viele Frosch- und Krötenarten, wie die Barnimer Wappenkröte (Rotbauchkröte) und bedrohte Libellenarten können sich nun frei entfalten. In den Niederungen wachsenden Wiesenschaumkraut, Sumpfdotterblume, Gänsedistel und Kuckuckslichtnelke. Angrenzende bewaldete Bereiche bieten Schutz vor Lärm und die Wege wurden so angelegt, dass für Flora und Fauna ein ungestörtes Gedeihen gewährleistet ist.

LaubfroschRingelnatter

Im Jahre 1994 wurden die Karower Teiche zum Naturschutzgebiet erklärt, bieten nun Erholungssuchenden ein Raum der Stille und Abgeschiedenheit, unweit von den ehemaligen Dörfern Karow und Buchholz. Hinweistafeln bieten einen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt der Karower Teiche und bietet sowohl Wandergruppen und Schulklassen ein ideales Lehrstück. Hier ist ein Stückchen Natur entstanden, dass zum Anschauen einlädt. Auf den Aussichtsplattformen entlang des Hauptweges bietet dem Besucher die Möglichkeit das Beobachten der Tiere an den Uferbereichen und auf dem Wasser. Ein Fernglas wäre hier von Vorteil.

Im Jahr 2009 war das Naturschutzgebiet "Karower Teiche" in Gefahr und drohte zu verlanden. Durch niedrigen Wasserstand breiteten sich die Pflanzen derart aus, es bildete sich verstärkt Faulschlamm und beschleunigte die Wasserverdunstung und Verlandung. Um die Wasserqualität zu erhalten, musste das Röhricht unterhalb der Wasseroberfläche mit speziellen Gerät abgeschnitten werden

Erreichen können Sie die Karower Teiche am Günstigsten über den S - Bahnhof Karow, aus dem Bahnhof kommend nach rechts gehen, bis Sie auf den Pankewanderweg stoßen, der beiderseits die Straße kreuzt. Diesen beschreiten Sie nun abermals rechts liegend und kommen sogleich in das Naturschutzgebiet "Karower Teiche". Über Französisch Buchholz können Sie das Naturschutzgebiet "Karower Teiche" über Hauptstrasse/Schönerlinder Straße einbiegend in die Bucher Straße erreicht werden. Nach Französisch Buchholz kommen Sie mit den Bussen 124, 154, 251 und mit der Straßenbahn 50. Hier benötigen Sie aber einen etwas längeren Fußweg. Die günstigsten Haltestellen wären für die Straßenbahn Buchholz Kirche und die Bushaltestelle Triststrasse (251, nur werktags).

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Entlang der Panke - Von der Quelle im Naturpark Barnim durch den Norden Berlin's

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Mit unserem Regionalportal beschäftigen wir uns mit der Entwicklung der Pankeregion. Die Epochen der Zeitgeschichte und die Siedlungsgeschichte an der Panke bilden die Grundlage geschichtlicher Recherchen über die ehemaligen Landgemeinden.

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