Der älteste Nachweis der
Feuerbenutzung durch Menschen ist 300.000 bis 400.000 Jahre alt. Diese
kontrollierte Verwendung des Feuers war eine der wichtigsten Grundlagen
in der kulturellen Entwicklungsgeschichte der Menschen. Mit der Nutzung
des Feuers jedoch begannen für unsere Altvordern auch die Gefahren.
Ungezügeltes Feuer hat seit jeher menschliche Siedlungen bedroht und
zerstört. Verheerende Brände haben Scheunen, Ställe, Bauernhäuser,
ja sogar Städte, in Schutt und Asche gelegt.
Die strohgedeckten Häuser mit ihren Fachwerkbalken und den trockenen Wänden
aus dem Gemisch von Stroh und Lehm gaben dem Feuer reichlich Nahrung.
Die Betroffenen erkannten,
es muss ein Brandschutz entwickelt werden.
Wenn Rauch und Flammen
sichtbar wurden, läutete der Küster die Kirchenglocken, die Bewohner
liefen zur Brandstelle und schrieen unaufhörlich „Feurio!".
Die ersten einfachen
Feuerlöschgeräte waren: Ledereimer, Schürhaken, wassertriefende
so genannte Patschen und Holzleitern.
Eine erste
Gemeinde - Dorf -
Ordnung! (von 1591)
Danach war jeder
Hofbesitzer verpflichtet:
1 Ledereimer, 1 lange
Leiter, 1 Feuerhaken und 1 Laterne
zu halten.
Jährlich zweimal
musste das Gemeindegericht die Feuerstätten besichtigen. Backöfen
durften nur in sicheren Abständen von brandgefährdeten Gebäuden
errichtet werden.
Zu dieser Zeit waren im
Dort etwa 80 Gebäude täglich brandgefährdet. Mit der Hilfe der
hugenottischen Dorfbewohner entstand 1702 eine neue, stark verbesserte
Feuerordnung.
Tabak zu rauchen und
mit offenem Licht in Stall und Scheune zu gehen, war strengstens
verboten.
Die Feuerstätten
mussten nun vierteljährlich kontrolliert werden.
Die Hugenotten im Dorf
richteten auch eine Nachbarschaftshilfe zum Wiederaufbau abgebrannter
Gehöfte ein.
Und es brannte
trotzdem
Am 1. März 1753 brach auf
dem Gehöft des hugenottischen Bauern Guyot ein Feuer aus. Alle Gebäude
sind total abgebrannt. Durch Funkenflug entstand noch auf weiteren Gehöften
Brandschaden.
Nur die herbeigerufene Feuerwehr mit wirksamer Spritze vom Schloss Schönhausen
verhinderte eine noch größere Brandkatastrophe im Ort. Doch bereits
1795 brannten wieder zwei Gehöfte völlig nieder. Auch die
Kirchenscheune wurde durch Funkenflug ein Opfer der Flammen.
Verbesserter
Brandschutz ab 1820
In Höhe d6s heutigen
Grundstückes Hauptstraße 61 wurde 1820 ein Spritzenhaus aus
Klinkersteinen errichtet. Es beherbergte eine kleine und eine größere
Feuerspritze sowie eine Handspritze und alle übrigen Feuerlöschgeräte
und Leitern.
Nach dem Plan vom
Lehnschulzen Ewest mussten Gespannhalter zu den monatlichen Übungen
oder bei Bränden Gespannpferde bereit stellen. Diese wurden für das
Ziehen der Spritze und Wassertonnen auf so genannten Schleifen benötigt.
Der im Schlösschen
wohnende Graf Lottum hat die Gemeinde zum notwendigen Brandschutz
unterstützt. 1845 hat sich die Gemeinde eine neue Spritze mit
verbesserter Technik gekauft, die vom Grafen Lottum teilfinanziert
worden ist.
1872 wurde eine noch größere
Spritze amerikanischer Konstruktion gekauft, die dann beanstandet werden
musste und an den Lieferer in Pommern zurückgeschickt worden ist. Kurz
danach lieferte ein Berliner Hersteller eine ganz moderne Spritze für
400 Taler. Dafür musste ein neues Spritzenhaus gebaut werden, das 1873
feierlich eingeweiht wurde. Zu dieser Zeit gab es im Dorf 33
Spanndienstpflichtige.
Der Feueralarm erfolgt bis
zur Inbetriebnahme elektrischer Sirenen 1928/29 durch tieftönende
Signalhörner, die im ganzen Ort verteilt waren.
Gründung der
Freiwilligen Feuerwehr
Am 25. April 1899 hat der
sehr anerkannte Amts- und Gemeindevorsteher Friedrich Wilhelm Hermann
Schultze sein 25jähriges Dienstjubiläum in dieser Funktion begangen.
An den Feierlichkeiten im Schützenhaus nahm auch der Schöffe August Steeger teil. Dieser wichtige Mann in der Buchholzer Gemeindeverwaltung
unterbreitete den Vorschlag zur Gründung einer „Freiwilligen
Feuerwehr".
Bereits am Anfang des
Jahres 1900 trafen sich freiwillige Feuerwehrmänner zu einer ersten
Sitzung. 100 Bürger legten am 1. Mai des gleichen Jahres den Grundstock
für eine geschulte Feuerlöschabteilung in Französisch Buchholz.
Am 2. November 1900 wurde
die Freiwillige Feuerwehr im Buchholzer Schützenhaus gegründet. Der
erste Feuerwehrball fand noch am gleichen Abend im großen Saal des
gleichen Restaurants statt.
Auf einer außerordentlichen
Gemeindesitzung wurde am 12, März 1901 folgender Beschluss gefasst:
Kauf einer neuen Spritze im Wert von 1.600 - 1.800 Mark,
Beschaffung weiterer Ausrüstungen,
Schöffe August Steeger wird Vorsitzender,
Rentner Freund wird Oberführer,
Schöffe Gustav Steeger wird Rechnungsführer,
Schornsteinfegermeister Schmidt wird Utensilienverwalter.
Kurzchronik der
Freiwilligen Feuerwehr
1901
Erster
Einsatz bei einem Scheunenbrand beim Tierarzt. Dr. Fischer
(Pferdelazarett)
1902
Brand
der Bockwindmühle auf dem Mühlenberg am Friedhof.
1904
Ein
Brandstifter trieb sein Unwesen - fünf Scheunen wurden Opfer
der Flammen.
1908/1909
Zimmermeister
Schreiber baut ein neues Feuerwehr - Depot in der Buchholzer
Gravensteinstraße.
1920
Anbau
eines neuen Gerätehauses,
Mithilfe bei der Aufstellung eines „Kriegerdenkmals" auf
dem Kirchenvorplatz.
1931
Anschaffung
einer ersten Motorspritze
1933
Freiwillige
Feuerwehr wird „Hilfspolizeitruppe"
1943/1945
Bekämpfung
von Kriegsschäden durch Bombenangriffe
1945
Neubeginn
nach Kriegsende, Otto Schliestedt übernahm die Leitung.
1954
Erstes
modernes Fahrzeuge aus DDR-Produktion Typ „Phänomen 27".
Intensive Förderung und Ausbildung des Nachwuchses.
1975
Teilnahme
am „Feuerwehrkampfsport"
1975
Grundsteinlegung
für einen Anbau
1976
Ein
zweites Löschfahrzeuge vom Typ LF 16 W 50 wird eingesetzt