Alte Bäckerei

Museum für Kindheit in Pankow

Ein besonders gelungenes Projekt zur Geschichte Pankows ist die "Alte Bäckerei" - ein Museum für Kindheit in Pankow. Liebevoll im Detail nachempfunden fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt und denkt wieder an die eigene Großmutter, die dies und das aus dem Museum selbst besaß. Man erinnert sich wieder an die kleine Rutsche vorm Ofen, wo sie sich die Füße wärmte, das große Bett, in dem man als kleines Kind so winzig aussah und nicht zu vergessen die Küche mit den vielen seltsamen Dingen.

Es ist also wieder mal gelungen ein Haus aus der ursprünglichen Dorfansicht vor dem Verfall zu retten. Die restaurierenden Handwerker vollbrachten hier ein Meisterwerk in der Denkmalpflege. Für die denkmalgerechte Restauration des Fußbodens erhielten sie zu Recht den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege. Für das 1860 gebaute Haus, wurde viel Liebe zum Details investiert, um den Besucher einen Einblick ins Vergangene zu übermitteln.

Die Familie Hartmann bot an gleicher Stelle um 1875 das erste Mal hier ihre Backwaren an und lieferte diese auch selbst mit einem kleinen Fuhrwerk aus. Die Kundschaft des Familienbetriebs reichte von Pankow, über Reinickendorf bis hin zum Gesundbrunnen. Die Geschichte des Hauses begann im Jahr 1860, als der Schornsteinfegermeister Carl Friedrich August Illhardt das Grundstück erwarb und dort sein Wohnhaus mit einem Seitenflügel errichtete. Schon fünf Jahre später gab es den ersten Besitzerwechsel, den weitere in der Folgezeit folgten. Zwischen den Jahren 1872 - 1875 wurde auf dem Grundstück ein Ausschank durch den Restaurateur und neuen Eigentümer Schubert betrieben. Dieser lagerte hier Bier und braute vermutlich auch selbst. Schließlich übernahm die Familie Emil und Hedwig Hartmann das Grundstück, erweiterten den Bau um eine Backstube und eröffneten ihre Bäckerei.

Der spätere Bäckermeister Karl Hartmann wuchs als einziges Kind seiner Eltern Emil und Hedwig auf dem ländlichen Hof in der Wollankstrasse 130 (damals Prinzenstrasse 18b) auf. Ursprünglich als Wohnhaus, zu einer kleinen Schenke (vermutlich auch Brauereibetrieb) umfunktioniert, diente es schließlich nun als Bäckerei. Bis 1964, also fast 90 Jahre betrieb hier die Familie Hartmann eine Bäckerei.

In der angrenzenden Schule hatten die drei Bäckermeister in ihrer Familiengeschichte eine treue Kundschaft gefunden. Die Kinder kamen um eine Tüte Blechkuchenecken und -kanten oder Streusel- oder Zuckerschnecken zu kaufen und hielten ihre kleinen Nasen in die Höhe, wenn sie an der Bäckerei vorübergingen. Auch die Hausziege des Sohnes Carl sorgte für eine Anekdote, als diese am Holzklobenstapel hinauf kletterte und über die Schulmauer sprang. Wie staunte da der kleine Karl samt Schulkameraden und Lehrer, als die Ziege in der Klasse stand. Karl spannte seine Ziege stets vor seinem Bollerwagen und fuhr als Art Kutsche auf dem elterlichen Hof herum, so wie es sein Vater mit seinen täglichen Auslieferungsfahrten mit Pferdewagen tat. Der kleine Karl wuchs mit vielen Tieren auf dem Hof auf, so war es nicht verwunderlich, dass er später aktives Mitglied im Brieftaubenverein wurde.

An dem noch im funktionsfähigen Brustfeuerofen backten drei Generationen die Backwaren für ihre treue Kundschaft. 1932 kam Martha Niechzieol als Dienstmädchen für "Haushalt und Geschäft" in Bäckersfamilie. Karl und Martha, die 1939 in der Alten Pfarrkirche zu Pankow heirateten führten die Bäckerei bis Bäckermeister Karl aus Gesundheitsgründen schließlich aufgeben musste. Mutter Hedwig und Ehefrau Martha überstanden voller Sorge die Kriegsjahre, als der Sohn und Ehemann zum Kriegsdienst eingezogen wurde.

Nach dem Krieg kam ihr erstes Kind im Haus des Bäckermeisters zur Welt. Dem Bäckermeister Karl waren nach Kriegsende nur noch neunzehn Jahre vergönnt seinen Betrieb zu führen, bis er schließlich nach zuvor dreijähriger schwerer Krankheit 1967 verstarb. Seine Bäckerei wurde im Jahr 1964 geschlossen. Die letzten Jahre verbrachte er meistens vor seiner Remise, nah an seinem treuen Pferd und der Tauben, die er züchtete. Mutter Hedwig saß gern mit ihrem Kaffeepot am Blumenfenster und beobachtete das Geschehen auf dem Hof.

Seine Witwe Martha bewohnte das Haus noch bis ins Jahr 2000.

Das heutige Museum zeigt Ihnen einen Einblick in der Geschichte der Familie Hartmann, ihrer Bäckerei und bietet zudem eine Herberge auf sozusagen historischem Grund. In einer kleinen Bibliothek finden Sie Raum zum Austauschen, Nachlesen von Geschichten aus dem Pankow seiner Zeit. In der Lehrküche können Kinder erleben, wie vor über 100 Jahren gekocht wurde. Sehr beliebt, die Märchenerzählungen am warmen Kachelofen. Auch die Alte Backstube wurde wieder zum Leben erweckt. Mit dem alten Ofen wird wie zu "Alten Zeiten" Brot gebacken. Als "demeter Brot" in Form von "Pankower" lang 750g Laib oder "Pankower" rund 1500g Laib werden die Brote aus Vollkorngetreide in der eigenen Steinmühle täglich frisch gemahlen und zu Brot im Holzofen der Bäckerei gebacken. Das Getreide stammt aus kontrolliert ökologischem "Demeter" Anbau. Der Ofen wird mit Buchenscheiten aus der nördlichen Uckermark beheizt. Nach der langen Pause zwischen der Schließung der Bäckerei im Jahr 1964 und der Wiederaufnahme des Bäckereibetriebes im Jahr 2006 musste der Holzofen ganze 14 Tage befeuert werden, bis dieser seine optimale Betriebstemperatur in der Schamotteschicht erhielt.

Sie finden das Museum Visavis der Wilhelm Kuhr Straße in Richtung Tor zum Bürgerpark in der Wollankstrasse 130 (nähe Rathaus Pankow).

Kontaktadresse:

"Alte Bäckerei" - Museum für Kindheit in Pankow
Wollankstrasse 130, 13187 Berlin
Telefon/Fax: 0 30/4 86 46 69
eMail: museum@alte-baeckerei-pankow.de
web: www.alte-baeckerei-pankow.de

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